Die Sage vom Rittersprung 

Steht man auf der Burg und schaut an einer über 100 Meter tiefen Stelle senkrecht nachunter in die Fluten der Ahr, dann sieht man auf die Ahrstraße und jenseitswiederum auf das Felsgewirr der Ahrberge. Wie die düsteren Felsmassen da drübendem Volke stets eine gewisse Scheu einflößten und zu den grellsten TeufelssagenAnlass gaben, so tragen hier auf der Burg mit ihren gewaltigen Felsmauern dieÜberlieferungen mehr das Gepräge des Gewagten, der ritterlich, tollkühnen Tat:Einsthatten, so meldet die Sage vom Rittersprung, die Feinde des Grafen beschlossen,Burg Are dem Untergang zu weihen. Von Nah und Fern zogen sie heran undschlossen die steile Feste ein. Tapfer verteidigte sich der Graf mit seinenMannen; doch die Übermacht war zu groß, die Lebensmittel gingen zur Neige,Krankheit raffte die Mannschaft dahin, und auch Weib und Kind erlagen derBedrängnis. Doch unentwegt hielt der Burgherr sich aufrecht, fest entschlossen,sich lieber dem Tode zu weihen, als schmachvoller Gefangenschaft sichpreiszugeben. In voller Rüstung auf schmuckem Streitrosse zeigte er sich demFeinde an der steilsten Felswand über der Ahr und rief in ungebeugtemRitterstolz:"Hier steht der letzte Mann, das letzte Roß.
Doch nie sollt ihr die Feste nehmen,
Solange noch jemand auf ihr atmet!
Frei will auch ich dann sterben, wie meiner treuen Schar,
denn Knechtschaft ist Verderben und schändet immerdar!"Dann gab er dem Pferd die Sporen und stürzte jähhinunter in das grausige Tal. Voll Schrecken flohen die Feinde; erst nach Tagenkehrten sie wieder und zerstörten die Feste
Die Geschichte der Burg Are weiß zwar nichts zu melden von derart grausigemWagnis, aber auch sie berichtet von denkwürdigen Begebenheiten. Die Grafen vonAre beherrschten einen großen Teil des Eifelgaues und gehörten zu denmächtigsten Geschlechtern des Eifeladels.